Technisches

 

 

Hier informieren wir den "Normalschützen" über technische Neuerungen (Angaben ohne Gewähr! Bei Unklarheiten bitte Reglemente des SSV konsultieren). Folgende Themen sind bisher hier zu finden: Umrechnungstabelle für die verschiedenen Gewehrkategorien, Theorie zum Jungschützenkurs, Wind.

Der Vorstand hat an seiner Sitzung vom 9. Januar 2006 neue Reglemente für die Vereinsmeisterschaften in Kraft gesetzt, welche ab 2006 gelten (Jahresprogramm, Kleine Meisterschaft, Bergpreis). An der Sitzung vom 4. März 2009 wurden die Reglemente des Jahresprogramms (Kategorienwechsel) und der Kleinen Meisterschaft (Einführung zwei Kategorien und Kategorienwechsel) revidiert. Sie gelten ab 2009.


Umrechnungstabelle für die verschiedenen Gewehrkategorien

Wenn verschiedene Gewehrkategorien in einer einzigen Rangliste zusammengefasst werden, fühlen sich die Schiessenden mit Armeewaffen gegenüber den Standardgewehrschützen oft benachteiligt. Aufgrund von Untersuchungen von tausenden von Schussbildern ergaben sich folgende Gewehrleistungsausweise (nach Heinz Bolliger, angepasst 2017):

Gewehr

Anzahl
Waffen

durchschnittliche
Punktzahl

Divisions-
faktor

Feld E: Stgw57/02, Stgw90, Kar 31 20'000 96.70 0.960
Feld D: Stgw57/03 500 98.40 0.980
Feld A: Standard-/Freigewehr 2'500 100,00 1.000

Tabellarisch ergeben sich beispielsweise für 10 Schüsse auf A10 folgende Umrechnungen:

Resultat Stag Kar/
Stgw90/
Stgw57/02
Stgw57/03
100 100 104.2 102.0
99 99 103.1 101.0
98 98 102.1 100.0
97 97 101.0 99.0
96 96 100.0 98.0
95 95 99.0 96.9
94 94 97.9 95.9
93 93 96.9 94.9
92 92 95.8 93.9
91 91 94.8 92.9
90 90 93.8 91.8
89 89 92.7 90.8
88 88 91.7 89.8
87 87 90.6 88.8
86 86 89.6 87.8

 

Theorie zum Jungschützenkurs

Die SG Steinerberg führt jährlich den Jungschützenkurs durch und bietet damit jugendlichen Damen und Herren eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung in einem attraktiven Sport. Wir vermitteln die Grundausbildung im Sturmgewehr-Schiessen, welche als Basis für das sportliche Schiessen dient. Wir fördern damit unseren eigenen Nachwuchs und bereiten die Jugendlichen nicht zuletzt auf die Waffenausbildung in der Rekrutenschule vor.

Kosten

Der Jungschützenkurs ist grundsätzlich gratis, da die Kosten von Bund, Verein und Privaten übernommen werden. Die freiwillige Teilnahme an Schiessanlässen ausserhalb des Kurses und die Munition für Übungsschiessen ist (teilweise) selber zu berappen. An die Teilnahme von Grossanlässen spendet der Verein jeweils massgebliche Beiträge.

persönliche Ausrüstung

Die Jungschützin und der Jungschütze muss verschiedene persönliche Gegenstände selber zum Schiessen mitbringen: warme, bequeme Kleidung (keine Sonntagshosen); gut sitzende, nicht dehnbare Jacke (auch im Sommer); gutes Schuhwerk (keine Badeschlappen), Taschenmesser für die Korrekturen am Visier, evtl. Stirnband für die Abdeckung des nichtzielenden Auges (mittels Karton).

Natürlich setzen wir voraus, dass auch genügend Zeit, Lern- und Leistungsbereitschaft, Disziplin, Flexibilität, Kondition und körperliche Fitness sowie eine positive Grundeinstellung und positives Denken "mitgebracht" wird.

leihweise Ausrüstung

Die Jungschützin und der Jungschütze erhalten bei Kursbeginn ein Sturmgewehr 90. Dafür ist sie/er selber verantwortlich (sorgfältiger Umgang, Sauberkeit/Reinigung, Schutz gegen Diebstahl und Beschädigung, keine Gefährdung Dritter etc.).

Kursleitung

Der Jungschützenkurs wird von Toni Schuler, Chornacherstrasse 4, 6416 Steinerberg, Telefon 041 832 23 54 geleitet. Ihm stehen weitere Hilfspersonen bei Bedarf zur Verfügung.

Kursablauf

Die meisten Schiessen innerhalb des Kurses finden auf dem Schiessstand in Steinerberg statt. Es gibt jedoch auch überregionale Anlässe. Einzelheiten werden jedem Teilnehmer zu Beginn des Kurses mitgeteilt. Das Programm kann aber auch hier angesehen werden.

Allgemeine Informationen zum Sturmgewehr 90 (Stgw90)

Gesamtlänge 100 cm
Visierlinie 54 cm
Gewicht mit Magazin 4,1 kg
Kaliber 5,6 mm
Gasdruck 4'200 bar
Mündungsgeschwindigkeit 905 m/s
Anzahl Züge 6

Das Stgw90 kann umgehängt und der Kolben kann umgeklappt werden. Aber: es ist verboten, mit eingeklapptem Kolben den Stand zu betreten! Der Sicherungshebel lässt die Stellungen S (gesichert), 1 (Einzelfeuer), 3 (3-Schuss-Automatik) und 20 (Seriefeuer) zu. Aber: es ist verboten, im Stand mit dem Sicherungshebel auf den Stellungen 3 und 20 zu schiessen (kein Seriefeuer im Stand)! Im Pistolengriff befindet sich eine Ladehilfe für das Abfüllen der Munition in das Magazin. Im Magazin haben 20 Patronen platz. Eine Aneinanderreihung der Magazin ist möglich (maximal 3). Die Waffe lädt automatisch (mit Gasdruck).

Waffen (und Munition) müssen in einem trockenen, abgeschlossenen und für Drittpersonen nicht betretbaren Raum innerhalb der Wohnung aufbewahrt werden.

Durch eine Ladebewegung gelangt eine Patrone aus dem Magazin in das Verschlussgehäuse. Über den entsicherten Abzug kann geschossen werden. Der Schlaghammer löst über den Zündstift den Schuss aus. Ein Teil des Gasdruckes entweicht über die Gasdüse in das Gasrohr. Dabei schnellt mit der Gasstange der Verschluss nach hinten. Die Hülse wird ausgeworfen und eine neue Patrone wird automatisch geladen.

Munition

   

Die 5,6 mm Gewehrpatrone 90 (GP90) setzt sich aus Geschoss, Treibladung und Hülse zusammen. Das Geschoss besteht aus einem Bleikern, der von einem Stahlmantel umfasst wird. Die Treibladung besteht aus rauchschwachem Pulver. Die Hülse ist aus Messing. Im Hülsenboden ist eine Zündkapsel eingesetzt. Das Durchschlagvermögen as 300 m Entfernung: Tannenholz 70 cm, Ackererde 35 cm, Sand 17 cm und Stahlblech 0,6 cm. Die Patrone wiegt 12.7 gr. Durch die sechs Züge im Lauf des Stgw90 wird das Geschoss ca. 1150 mal gedreht, ehe es in der Scheibe einschlägt. Es ist ca. 0,6 sek unterwegs.

Verhalten im Schiessstand

Vor dem Betreten des Standes

Kolben ausklappten, Magazin entfernen, Verschluss öffnen und arretieren (Achtung: die Waffe nicht brüsk abstellen, sonst löst sich der arretierte Verschluss wieder), Seriefeuersperre auf "ein" (weisser Punkt muss sichtbar sein), Waffe sichern (Sicherungshebel auf Stellung S), Nachtkorn abklappen, Gasdüsenstellung auf senkrecht, Abzugsbügel senkrecht, Gehörschutz auf, Visier auf "rot 3".

Im Stand

Lauf entfetten (um Laufblähungen zu vermeiden), Laufkontrolle (Lauf muss frei sein), Waffe in Gewehrrechen stellen (Beachte nochmals: Magazin weg, Verschluss offen, gesichert und Abzugbügel senkrecht), Gehörschutz auf (Ohropax zusätzlich zum Schalengehörschutz sind empfehlenswert, besonders bei "Feuerscheue"), ruhiges und überlegtes Verhalten, Ordnung halten, Manipulation nur Richtung Zielhang (nie Richtung Menschen!), geladen wird nur auf dem Läger, jedes Gewehr ist als geladen zu betrachten, bis man sich selber durch eine Entladekontrolle vom Gegenteil überzeugt hat.

Entladekontrolle

Verschluss offen, keine Patrone im Patronenlager, Waffe gesichert, Magazin leer.

Scheibenkenntnis

Scheibenstand

Die Scheiben befinden sich ca. 300 m vom Schiessstand entfernt.

Scheibenarten

   

Wir unterscheiden zwei Scheibenarten: Scheibe A (links) und Scheibe B (rechts).

Scheibe A B
Grundfarbe weiss hellbraunes/hellgraues Tarnfeld
Figur rund Brustbild
Figurenfarbe schwarz grün
Breite/Durchmesser ganzes Trefferfeld 100 cm 100 cm
Breite/Durchmesser Figur 60 cm 45 cm
Höhe Figur   50 cm
Einteilungen 5er (5er Zentrum mit 20 cm Durchmesser, übrige 4er bis 1er Kreise jeweils mit 10 cm Breite) 4er (4er Zentrum mit 20 cm. Durchmesser, 3er mit ca. 45 x 50 cm Umfang, 2er bis 70 cm Durchmesser, 1er bis 100 cm Durchmesser
  10er (10er Zentrum mit 10 cm Durchmesser, übrige 9er bis 1er Kreise jeweils mit 5 cm Breite) grössere Einteilungen werden in der Regel nicht geschossen
  100er (100er Zentrum mit 1cm Durchmesser, übriger 99er bis 1er Kreise mit jeweils 0,5 cm Breite)  
Mousche (wird bei Sius-Monitor kreisend angezeigt) innerstes Zentrum der Scheibe mit 5 cm Durchmesser (auf 100er Wertung ab 96er) innerstes Zentrum der Scheibe mit 5 cm Durchmesser (auf 100er Wertung ab 96er)

Trefferanzeige

Die Treffer werden neben dem Schützenläger auf dem Monitor (links) angezeigt und vom Drucker beim Warnertisch ausgedruckt. Auf dem Drucker beim Warnerpult können die Einstellungen für verschiedenen Scheiben, Schiessprogramme, Anzeigen etc. eingestellt werden. Die Trefferanzeige auf dem Monitor zeigt die Wertung des soeben erzielten Schusses in der Wertung des eingestellten Programmes (in der Mitte) und 100er-Wertung, die Schusslage, der wievielte geschossene Schuss im Programm sowie das Gesamtresultat des Stiches. Es wird auch angezeigt, wenn von einer anderen Scheibe auf diese Scheibe geschossen worden wäre. Solche Scheibenfehler werden selbstverständlich auf der getroffenen Scheibe nicht gewertet. Dem Schütze, welcher auf die falsche Scheibe schiesst, wird eine Null geschrieben!

Warnerdienst

Die Warner haben verschiedene Aufgaben. Sie betreuen den Schützen, Spannen die Standblätter in den Drucker ein, wählen die richtigen Schiessprogramme und behalten das Umfeld um den Scheibenstand im Auge (Warnung für Unterbruch).

Stellung

Im Jungschützenkurs wird ausschliesslich liegend mit ausgeklappter Zweibeinstütze geschossen. Der Körper ist dabei gerade und entspannt, in der Verlängerung der Waffe, Beine gespreizt. Die "schiessende Hand" bzw. Abzugshand umfasst den Pistolengriff, die andere Hand z.B. das Magazin oder den Gewehrkolben. Damit eine möglichst konstante und während dem Schiessen unveränderte Stellung beibehalten werden kann, sollten mit der Abzugshand keine "Manipulationen" ausgeführt werden. Es ist weiter darauf zu achten, dass das Gewehr nicht "verkantet" wird (schräg zur Waffenachse), da sich dabei leichte Treffpunktverlagerungen ergeben. Die Ellbogen sind dabei so nach aussen oder innen zu verändern, damit das Gewehr ohne zu drücken ins Scheibenzentrum zielt. Die Distanz zwischen Auge und Visier sollte ca. eine Handbreite betragen. Der Kopf ist möglichst aufrecht zu halten mit Blickrichtung geradeaus (ungehinderte Durchblutung). Das nicht zielende Auge sollte offen gehalten werden können. Zu diesem Zweck ist es mit einer Blende abzudecken. Behelfsmässig genügt ein Stirnband mit Karton.

Manipulationen, Schussabgabe

Laden

  1. Hülsenabweiser aufsetzen (der Nachbar wird es Dir danken)
  2. Magazin einsetzen, Gegenbewegung (zur Kontrolle, dass das Magazin "sitzt")
  3. Verschlusshalter durch Drücken des Verschlusshalters lösen und nach vorne schnellen lassen (Ladebewegung)
  4. Entsichern (mit dem Daumen der Schiesshand auf Stellung "1"
  5. gezielten Schuss auf die richtige Scheibe abgeben
  6. mit "Fingerspitzengefühl" abziehen
  7. bei Manipulationen immer sichern (mit dem Zeigefinger der Schiesshand)

Schussabgabe, Zielen

  1. vor der Schussabgabe tiefer atmen (in den Bauch), optimale Stellung "herausfinden", ruhig einrichten
  2. mit dem Zielen beginnen: Auge, Diopter-Visier, Korn und Scheibenschwarz auf eine Linie bringen
  3. Druckpunkt fassen
  4. Zielbild genau erfassen (Achtung: es ist nicht möglich, gleichzeitig die Scheibe, das Korn, den Korntunnel und das Diopterloch scharf zu sehen; diese sind 300 m von einander entfernt!)
  5. das Auge ist in erster Linie auf das Korn "scharf zu stellen" (optimal ist, wenn zwischen Korn und unterem Scheibenspiegel ein kleiner weisser Abstand gelassen wird)
  6. erst in zweiter Linie auf Diopterloch, Korntunnel und Scheibe
  7. bis ca. zu zwei Drittel ausatmen und den Atem anhalten
  8. Abzug mit konstantem Druck durchziehen bis der Schuss "fällt" (der Abzug darf auf keinen Fall ruckartig gezogen werden: sog. "abreissen")
  9. nachhalten! (dem Schuss "nachschauen"), wo wird der Schuss erwartet? (Schuss "einprägen", dies hilft bei Korrekturen)
  10. erst jetzt auf den Monitor schauen

   

Auf die Scheibe A wird in der Regel "Schwarz sechs" geschossen (6 Uhr auf dem Zifferblatt) und auf der Scheibe B in der Regel "Fleck" (Scheibenzentrum). Nach den neuen Grundlagen für die Jungschützenausbildung wird auf die Scheibe A nicht mehr "Schwarz sechs" sondern "Fleck" geschossen. In der Schiessausbildung haben wir die Erfahrung gemacht, dass mit "Schwarz sechs" im Durchschnitt die besseren Resultate erzielt werden. Der Jungschütze kann im Kurs die verschiedenen Varianten ausprobieren und die ihm am besten dienende auswählen.

  • immer wieder kontrollieren, dass man auf der richtigen Scheibe ist (Scheibenfehler zählen null Punkte), optimal ist, wenn mit dem Korn zuerst von oben über die Scheibe "gefahren", die Scheibennummer erkannt wurde und dann von unten her an den Scheibenspiegel "herangefahren" wird: so bleibt man auf der richtigen Scheibe
  • es wird nur mit drehen der Korrekturschrauben korrigiert, auf keinen Fall mit verschieben des Haltepunktes (z.B. Korn links, rechts, höher oder tiefer halten), wir zielen immer gleich!
  • es darf nicht länger, als fünf Sekunden gezielt werden, da das Auge schnell ermüdet, bei Pausen auf 300 m ins Grüne sehen zur Entspannung des zielenden Auges

Entladen

Bei verlassen des Stgw immer entladen (auch wenn nur kurzzeitig).

  1. sichern
  2. Hülsenabweiser demontieren
  3. Magazin entfernen
  4. Verschluss öffnen, Patronenlager kontrollieren ob leer, Verschluss schliessen
  5. entsichern, gezielter Schuss auf die Scheibe, sichern
  6. Verschluss arretieren
  7. evtl. Abzugbügel senkrecht stellen
  8. Läger aufräumen (Patronen mitnehmen, Hülsen in Hülsensack etc.)

Vor verlassen des Standes Patronen aus Magazin entfernen und Patronen an Leiter zurückgeben.

Nachladen

Vorgehen bei ausgeschossenem Magazin:

  1. sichern
  2. leeres Magazin entfernen
  3. Magazin auffüllen und wieder einsetzen
  4. Verschluss schliessen (Verschlusshalter nach oben drücken oder den Verschluss mit dem Ladegriff bis zum Anschlag zurückziehen und vorschnellen lassen)
  5. Entsichern

Störungen

Sobald das Stgw infolge einer Störung nicht mehr schiesst, ist folgendermassen vorzugehen:

  1. Ladebewegung
  2. weiter schiessen

sofern die Waffe immer noch nicht funktioniert:

  1. entladen
  2. Meldung an den Schützenmeister, Jungschützen- oder Hilfsleiter

Visierkorrekturen

Für die Korrekturen ist ein Sackmesser bereitzuhalten.

  • zuerst werden ca. 2 bis 3 Schüsse geschossen, bis korrigiert wird
  • die Korrektur erfolgt durch drehen der Höhen- bzw. Seitenkorrekturschraube am Dioptervisier
  • bei einer Rasterstellung verschiebt sich der mittlere Treffpunkt auf der Scheibe bei Distanz 300 m um 4,5 cm
  • Höhenkorrektur: kleiner Punkt = Schusslage, Kreis = Scheibe, Schuss zu tief = rechts drehen, Schuss zu hoch = links drehen (Pfeilrichtung!)
  • Seitenkorrektur: Schuss links = rechts drehen, Schuss rechts = links drehen (Pfeilrichtung!)
  • Faustregel: um so viele Rasten in die jeweilige Richtung schieben, wie der mittlere Treffpunkt auf der Scheibe A10 abweicht (Beispiel: der mittlere Treffpunkt liegt im 8er links, Korrektur durch Rechtsdrehen der Seitenkorrekturschraube um 2 Rasten)

Waffenreinigung

  1. Waffe Entladen (siehe oben)
  2. Waffe zerlegen
  3. Reinigen der Bestandteile:
    1. Gasdüse, Gasrohr und Gasstange (mit Reinigungspinsel, Lappen, Düsenreiniger und Putzstock mit Bürste für Gasrohr)
    2. Verschlussgehäuse, Patronenlager sowie Lauf vom Patronenlager her (mit Reinigungspinsel, Lappen und komplettem Putzstock)
    3. Abzugvorrichtung und übrige Waffenteile (mit Reinigungspinsel und Lappen)
  4. Reinigung des Zubehörs
  5. Zustandskontrolle der Einzelteile
  6. Nummernkontrolle (Verschlussgehäuse, Abzuggehäuse, Verschlussträger und Verschlusskopf)
  7. Einfetten:
    1. Lauf, Patronenlager und Verschluss einfetten (Lauf vom Patronenlager her, Putzstock komplett mit Fettbürste)
    2. Verschlussgehäuse innen einfetten, speziell die Führungsbahnen
    3. Gasdüse, Gasrohr und Gasstange innen und aussen einfetten
    4. Abzuggehäuse einfetten
    5. bei Bedarf Kolbensicherung und Feder zu Kolbensicherung einfetten
    6. übrige Metallteile mit fettigem Lappen abreiben
  8. Waffe zusammensetzen
  9. Äusseres der Waffe reinigen und Stahlteile leicht einfetten

Waffensprays eignen sich hervorragend für die Waffenpflege, insbesondere nach einem externen Schiessanlass, wo die Waffenreinigung nicht durchgeführt werden kann, sind mindestens die Gasdüse, das Gasrohr und der Lauf mit Waffenöl einzusprayen (so kann nachträglich gereinigt werden, ohne dass die korrosiven Rückstände des Schiesspulvers reagieren können).

Zerlegen der Waffe

  1. Waffe entladen
  2. Tragriemen aushängen
  3. hinteren Abzuggehäusebolzen von beiden Seiten drücken und nach der Seite des Kopfes bis zum Anschlag herausziehen
  4. Waffe auf die linke Seite legen und Kolben mit Abzugvorrichtung ausschenken
  5. vorderen Abzuggehäusebolzen analog 3. herausziehen und Kolben mit Abzugvorrichtung entfernen
  6. Ladegriffarretierung hinunterdrücken und Ladegriff herausziehen
  7. Verschluss mit Ladegriff nach hinten stossen und aus dem Verschlussgehäuse nehmen
  8. Verschlusskopf aus dem Verschlussträger herausdrehen
  9. Handschutzunterteil nach hinten ziehen und abheben, Stützten aufklappen und seitlich ausfahren
  10. Handschutzoberteil nach hinten abheben und am Kornträger ausfahren
  11. Arretierstift zu Gasdüse hinunterdrücken, Gasdüse drehen und bei gleichzeitigem Ziehen nach vorne entfernen
  12. Gasstange mit Schliessfeder von der Auswurföffnung her mit einem Finger nach vorne stossen und herausziehen
  13. Arretierstift zu Gasdüse hineindrücken und Gasrohr um 90 Grad drehen, so dass die Aussparung am Kopfstück am Lauf liegt; Gasrohr nach vorne herausziehen

Zusammensetzen der Waffe

Grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge, es ist darauf zu achten, dass:

  1. die Längsbohrung am Kopf der Gasstange gegen den Lauf gerichtet ist, somit wird die Arretiernute die richtige Lage aufweisen;
  2. um die Gasdüse einzubauen, die zwei Kerben unter einem der Flügel mit dem Arretierstift übereinstimmen und die Gasdüse in Stellung senkrecht einrastet
  3. der Verschlusskopf durch Drücken auf den Zündstift nach vorne geschoben ist, so dass die Verriegelungswarzen mit den Führungsbahnen im Verschlussgehäuse übereinstimmen
  4. die Ladegriffarretierung im Ladegriff richtig einrastet
  5. die Funktionskontrolle durchgeführt wird.

Funktionskontrolle

Die Funktionskontrolle ist nach jeder Zerlegung durchzuführen.

  1. Waffe entladen
  2. Gasdüse kontrollieren:
    1. Prüfen, ob sich die Gasdüse leicht verstellen lässt und ob sie in den Stellungen senkrecht und schräg einrastet
    2. Gasdüse senkrecht stellen
  3. Zielvorrichtung kontrollieren (Drehbarkeit des Visiertrommel, frei von Schmutz und Staub)
  4. kontrollieren, ob die Ladegriffarretierung im Ladegriff eingerastet ist
  5. Kolben kontrollieren (Einrastung des umgeklappten Kolbens, Arretierung durch die Kolbensicherung)
  6. Auslösewiderstand des Sicherungshebels kontrollieren (lässt sich der Sicherungshebel ohne grossen Widerstand betätigen, ist die Waffe durch Fachpersonal zu überprüfen)
  7. Funktionen kontrollieren:
    1. Sicherungshebel auf "S", Ladebewegung ausführen, Abzug drücken, Schlaghammer darf nicht auslösen, Abzug muss blockiert sein
    2. Sicherungshebel auf "1", Abzug drücken und festhalten, Schlaghammer muss auslösen
      1. Bei zurückgezogenem Abzug Ladebewegung ausführen, Schlaghammer darf nicht auslösen
      2. Abzug loslassen und erneut abdrücken, Schlaghammer muss auslösen
      3. Ladebewegung, Sicherungshebel auf "1", mehrmals prüfen ob Druckpunkt spürbar
    3. Druckpunkt kontrollieren:
      1. Ladebewegung ausführen, Sicherungshebel auf "1", mehrmals prüfen, ob Druckpunkt spürbar
  8. leeres Magazin einsetzten, festen Sitz kontrollieren
  9. Verschlusshalter kontrollieren:
    1. Ladebewegung ausführen, Verschluss muss in der hinteren Stellung gefangen werden
    2. Verschlusshalter hochdrücken, Verschluss muss nach vorne schnellen
  10. abdrücken und sichern

Tipps

Mentales

Eine positive Einstellung ist Grundvoraussetzung jedes sportlichen Tuns. Schiessen ist harte Kopfarbeit und reine Konzentrationssache. Für die Schussabgabe muss es egal sein, welchen Schuss ich kurz zuvor geschossen habe. Es darf auch nicht nachgedacht werden, was für einen Schuss ich jetzt schiessen werde oder welches Resultat am Schluss herauskommt, oder welches Resultat mein Kollege geschossen hat etc. Die volle Konzentration gilt einzig und allein der Schussabgabe. Wer vor betreten des Schiessstandes schon denkt, dieser Stand liegt mir nicht, die Sonne scheint wieder einmal voll auf die Scheibe, der Wind drückt die Schüsse sicher wieder weiss nicht wohin; der ist schon vor Schiessbeginn der Verlierer. Denke positiv, es gelten für alle die gleichen Bedingungen, nur was Du daraus machst ist wichtig. Denke: jetzt erst recht, ich werde mich voll konzentrieren, ich kann mit diesen Bedingungen gut umgehen, ich stelle mich darauf ein und reagiere richtig etc.

Vorbereitung

  • ich kenne das zu schiessende Programm
  • mein Material ist bereit (Waffe, Munition, Schiessutensilien etc.)
  • ich bin locker und konzentriere mich voll auf das Schiessen
  • ich lasse mich nicht beeinflussen (weder vom Wetter, von den Kollegen, von Lärm, von Gesprächen und Kommentaren etc.)
  • ich habe mich gut vorbereitet und mein Leiter oder Hilfsleiter helfen mir
  • ich richte mich gut ein und lasse mir genügend Zeit
  • ich bin auf meiner Scheibe
  • ich atme tief durch und widme mich voll meiner Aufgabe

Nervosität

  • ist grundsätzlich etwas Positives, wer nicht nervös ist, ist zu passiv und reagiert nicht oder zu spät
  • das pochende Herz sollte aber nicht beim Schiessen stören und Dich gar zum zittern bringen
  • es ist mehrmals tief in den Bauch zu atmen
  • konzentriere Dich voll auf die Schussabgabe (denke nicht an die Nervosität, sondern konzentriere Dich auf Deine Aufgabe), Du wirst sehen, dass Du Dich wieder vollkommen beruhigst, die Konzentration bringts!

Kollegiales, Grundsätze zum Schiessen

  • ein gesunder Wettkampf fördert die Kameradschaft
  • wir helfen uns gegenseitig mit Tipps und Trost
  • Alkohol in jeglicher Form ist dem Schiessen abträglich!
  • nach dem Schiessen ist die Waffe nach Hause zu bringen
  • UNFALLFREI: Sicherheit geht vor! die Waffe ist kein Spielzeug

 

Wind

Der Wind hat massiven Einfluss auf die Schusslage. Je nach Kaliber und Waffe kann dieser grösser oder geringer sein. Nachfolgend einige Hilfstabellen:

Winderkennung und -Bestimmung

Bezeichnung

Geschwin-
digkeit
in m/sek

Kennzeichen, Anhaltspunkte
Leiser Zug 1-2 Gras neigt sich schwach
Leicht 3 für das Gefühl schon bemerkbar, Gras neigt sich
Schwach 5 bewegt Fahnen und Blätter an Bäumen
Mässig 7 streckt grössere Fahnen, bewegt Zweige an Bäumen
Frisch 9 für das Gefühl unangenehm, bewegt Äste an Bäumen
Stark 11 heult und pfeift, bewegt auch grössere Äste an Bäumen

Windtabelle für Sturmgewehr 90: Distanz 300 m

Querwind (m/sek) 2 4 6 8 10 12 14
Korrektur in cm 12 23 35 47 58 70 82

Windtabelle für Sturmgewehr 57, Karabiner/Langgewehr, Standardgewehr: Distanz 300 m

Querwind (m/sek) 2 4 6 8 10 12 14
Korrektur in cm 9 18 27 36 46 55 64

Rechtsdrall

Durch den Rechtsdrall im Lauf verändert sich die Schusslage bei Querwind (sog. Magnus-Effekt).

Querwind von links Schusslage rechts und tief
Querwind von rechts Schusslage links und hoch
Faustregel bei 3 Kerben seitlich, 1 Kerbe in der Höhe

 


 
  Stand: 13. Juni 2017